Sie müssen nicht verstehen, wie KI funktioniert.
Sie müssen wissen, wann Sie ihr trauen dürfen.
Dieser Kurs macht aus einem Sprachmodell ein Werkzeug, das Ihnen im Alltag Zeit spart — ohne dass Sie dabei Kundendaten verlieren oder eine erfundene Zahl in ein Angebot schreiben.
Sie arbeiten in Ihrem Tempo. Der Fortschritt wird in diesem Browser gespeichert — Sie können jederzeit aufhören und später weitermachen. Es werden keine Daten an uns übermittelt.
Vier konkrete Fähigkeiten
- Einschätzen, welche Ihrer Aufgaben sich für KI eignen — und welche nicht.
- Eine Anweisung so schreiben, dass die Antwort auf Anhieb brauchbar ist.
- Erfundene Angaben erkennen, bevor sie beim Kunden landen.
- Entscheiden, was Sie in ein KI-Fenster tippen dürfen und was niemals.
Eine Maschine, die weiterschreibt
Das häufigste Missverständnis kostet am meisten Zeit: die Annahme, ein Sprachmodell schlage etwas nach.
Ein Sprachmodell wie ChatGPT oder Claude hat sehr viel Text gelesen und daraus gelernt, welche Wörter üblicherweise aufeinander folgen. Wenn Sie etwas fragen, sucht es die Antwort nicht heraus — es formuliert die wahrscheinlichste Fortsetzung Ihrer Frage.
Deshalb klingt eine falsche Antwort genauso überzeugend wie eine richtige. Das Modell merkt den Unterschied nicht.
Daraus folgt fast alles, was Sie im Umgang beachten müssen. Ein Modell ist stark, wenn es um Sprache geht: umformulieren, zusammenfassen, strukturieren, übersetzen, Ideen liefern. Es ist schwach, wenn es um Fakten geht, die es nirgends vor sich hat: Preise, Termine, Namen, Paragrafen, Ihre Zahlen von letzter Woche.
Stark
Text, den Sie mitliefern, verarbeiten. Aus zehn Zeilen Notiz eine saubere Aktennotiz machen. Einen Entwurf höflicher formulieren.
Schwach
Angaben liefern, die es nicht hat. Nach Ihrem Lieferantenpreis, dem letzten Gerichtsentscheid oder dem Termin von Herrn Meier gefragt, erfindet es etwas Plausibles.
Was stimmt über Sprachmodelle?
Wählen Sie die eine Aussage, die zutrifft.
Die richtigen Aufgaben auswählen
Der Unterschied zwischen Begeisterung und Enttäuschung liegt selten am Modell. Er liegt an der Aufgabe, die Sie ihm geben.
Eine einfache Faustregel: Liefern Sie das Wissen, verlangen Sie die Sprache. Alles, was das Modell aus Ihrem eigenen Text formen soll, funktioniert zuverlässig. Alles, wofür es Wissen beisteuern müsste, das nur Sie oder Ihre Systeme haben, ist heikel.
- Gut geeignet: Zusammenfassen, umformulieren, Struktur geben, Ideen sammeln, Erstentwürfe, Übersetzen, Erklären eines Fachtexts in einfachen Worten.
- Heikel: Rechnen mit echten Beträgen, Rechtsauskünfte, aktuelle Ereignisse, Angaben zu Personen, alles, was ungeprüft nach aussen geht.
Sechs Aufgaben aus dem Büroalltag
Entscheiden Sie für jede Aufgabe: gut geeignet oder heikel?
Vier Bausteine für jede Anweisung
«Schreib mir eine Mail an einen Kunden» ergibt eine Mail, die zu niemandem passt. Vier zusätzliche Sätze ändern das Ergebnis vollständig.
Eine brauchbare Anweisung nennt Rolle, Aufgabe, Kontext und Form. Die Rolle stellt den Ton ein. Die Aufgabe sagt, was herauskommen soll. Der Kontext liefert das Wissen, das dem Modell fehlt. Die Form bestimmt Länge und Aufbau — und erspart Ihnen das Nacharbeiten.
Bauen Sie die Anweisung auf
Ausgangslage: Ein Kunde reklamiert eine verspätete Lieferung. Schalten Sie die Bausteine zu und beobachten Sie, wie die Anweisung wächst.
Zwei Gewohnheiten helfen zusätzlich: Beispiele mitgeben («so klingen unsere Mails üblicherweise: …») und nachfassen statt neu anfangen — «kürzer», «weniger förmlich», «ohne den letzten Absatz» führen schneller zum Ziel als ein zweiter Anlauf.
Wo die Antwort erfunden ist
Erfundene Angaben tragen keine Warnfarbe. Sie stehen mitten im flüssigsten Absatz — und meistens sind es Zahlen, Namen oder Verweise.
Prüfen Sie nicht die ganze Antwort, sondern gezielt vier Sorten von Angaben: Zahlen (Preise, Fristen, Prozente), Eigennamen (Firmen, Personen, Produkte), Verweise (Gesetzesartikel, Normen, Quellen) und Termine. Alles andere ist Sprache — und Sprache kann das Modell.
Was müssen Sie kontrollieren, bevor das rausgeht?
Eine KI hat diese Antwort auf die Frage nach der Garantiefrist geliefert. Markieren Sie die drei Stellen, die Sie nicht ungeprüft übernehmen dürfen.
Der praktische Test: Fragen Sie sich bei jeder Antwort, woher das Modell diese Angabe haben sollte. Stand sie in Ihrer Frage? Dann ist sie vermutlich richtig wiedergegeben. Stand sie nicht darin? Dann ist sie eine Vermutung — auch wenn sie eine Quelle nennt.
Die Grenze zwischen Hilfsmittel und Datenpanne
Alles, was Sie in ein KI-Fenster tippen, verlässt in der Regel Ihr Haus. Bei kostenlosen Diensten kann es zusätzlich zum Training verwendet werden.
Die Regel ist einfacher, als sie klingt: Behandeln Sie das Eingabefeld wie eine Postkarte an einen fremden Dienstleister. Was Sie dort nicht draufschreiben würden, gehört auch nicht hinein. Personendaten, Gesundheitsangaben, Lohnlisten, Passwörter, ganze Verträge mit Namen und Konditionen — alles heikel.
Meistens brauchen Sie diese Angaben gar nicht: anonymisieren Sie den Text, bevor Sie ihn einfügen. «Kunde A», «Firma B», «Betrag X» genügen dem Modell vollkommen — die Formulierungshilfe ist dieselbe.
Darf das ins Eingabefeld?
Bewerten Sie jeden Fall: unbedenklich, nur anonymisiert, oder gar nicht.
Wenn Sie regelmässig mit echten Kundendaten arbeiten müssen, ist das kein Verbot, sondern eine Frage des Werkzeugs: Geschäftskonten ohne Training auf Ihren Daten oder ein Modell im eigenen Haus lösen genau dieses Problem. Sprechen Sie uns darauf an.
Aus Wissen wird Gewohnheit
Der häufigste Grund, warum KI im Betrieb nichts bringt: Nach der Schulung fällt niemandem im richtigen Moment ein, dass er sie benutzen könnte.
Suchen Sie sich eine einzige wiederkehrende Aufgabe aus Ihrer Woche — den Sitzungsbericht, die Standardantwort auf eine häufige Anfrage, die Übersetzung ins Französische. Machen Sie diese eine Aufgabe zwei Wochen lang mit KI. Erst danach kommt die zweite dazu.
Ihre nächsten Schritte
Diese Liste wird in Ihrem Browser gespeichert. Sie können später zurückkommen und abhaken.
Vier Fragen zum Schluss
Ihr Merkblatt
Das Wichtigste auf einer Seite — zum Ausdrucken und neben den Bildschirm hängen.
Fügen Sie den Text ein, über den gesprochen werden soll. Fragen Sie nie nach Angaben, die nur Sie haben können.
Vier Sätze statt einem. Wer soll antworten, was soll herauskommen, was ist die Lage, wie lang und in welchem Aufbau.
Diese vier Sorten immer nachprüfen. Der Rest ist Sprache, und Sprache kann das Modell.
Was Sie einem fremden Dienstleister nicht auf eine Postkarte schreiben würden, tippen Sie auch nicht ins Eingabefeld.
«Kunde A», «Betrag X» — die Formulierungshilfe bleibt gleich gut, das Risiko verschwindet.
«Kürzer», «weniger förmlich», «ohne den letzten Absatz». Das Gespräch ist das Werkzeug, nicht der erste Versuch.
Sie bleiben verantwortlich für alles, was Ihren Namen trägt.
Im Zweifel: nicht hineinschreiben, nicht ungeprüft hinausschicken, kurz nachfragen.